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Über ura-dresden

Wir als URA (Undogmatische Radikale Antifa Dresden) machen seit 2011 kontinuierlich politische Arbeit. Bildete Antifaschismus lange unseren Themenschwerpunkt, versuchen wir zur Zeit unsere Arbeit in weiteren Aspekten linksradikaler Politik zu intensivieren. Reaktionäre Ideologien wie Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Nationalismus und viele mehr sind tief in der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft verankert. Eine Gesellschaft, in der Menschen nach ihrer Verwertbarkeit eingeteilt werden, in der jede*r unter Leistungszwang und Konkurrenz zueinander steht und in der Menschen aufgrund sozialer Konstrukte wie „Geschlecht“, „Rasse“ oder „Klasse“ diskriminiert werden, kann für uns nicht das „Ende der Geschichte“ sein. Der Spagat zwischen Kritik dieser Verhältnisse und einer daraus resultierenden Praxis einerseits, und gerade in Dresden und der sächsischen Provinz weiterhin notwendigen antifaschistischen Interventionen gegen die ekelhaftesten Auswüchse dieser Zustände andererseits, bildet den derzeitigen Schwerpunkt unserer politischen Arbeit. uradresden.noblogs.org

9. November 2011: Mahnwache zu Novemberpogromen 1938

Im Gedenken an die Opfer der Pogrome im November 1938 hielten die Undogmatische Radikale Antifa (URA) sowie Einzelpersonen des Libertären Netzwerks am 9.11.2011 eine 6-stündige Mahnwache in der Dresdner Innenstadt ab. Gut sichtbar wurde dazu am Doktor-Külz-Ring, im Herzen der Einkaufsmeile, ein etwa 3x4m großes Transparent aufgespannt – darauf zu sehen die beschmierte Ladenfront eines von jüdischen BürgerInnen geführten Geschäfts. Zur akustischen Untermalung der Szenerie wurde das Geräusch von splitterndem Glas eingespielt, passend zu den vor dem Transparent verstreuten Scherben. Dazu wurden 700 Namen von insgesamt 4000 durch die Nationalsozialisten ermordeten Dresdner Jüdinnen und Juden verlesen. Außerdem wurde ein 4-seitiges Infoblatt an PassantInnen verteilt.

Das Ziel war, die DresdnerInnen so wenigstens für einen Moment aus ihrer Shoppinglaune zu reißen und daran zu erinnern, dass der 9. November nicht nur der Tag des Mauerfalls war. Etliche Interessierte blieben stehen, viele nutzten die Gelegenheit auch für ein ausführlicheres Gespräch oder kommentierten die Aktion zustimmend. Eine am 9.11.1938 geborene, zunächst skeptische Passantin brach angesichts der Liste der Opfer in Tränen aus, ein anderer legte eine weiße Rose auf die Scherben vor dem Transparent.

Wie zu erwarten, waren nicht alle Reaktionen so positiv. Einige ließen es sich nicht nehmen, die anwesenden AntifaschistInnen mit dummdreisten Kommentaren wie „Alles Lüge!“ oder „Meine Kinder gehen für euch arbeiten!“ zu bedenken oder das Verlesen von Namen deutscher Opfer des 13. Februar zu fordern.

Bis zum Ende der Mahnwache gegen 16.30 Uhr wurden mehr als 1000 Flyer verteilt.
Positives als auch negatives Feedback verdeutlichten einmal mehr die Notwendigkeit, die Menschen immer wieder mit diesen Geschehnissen zu konfrontieren.